Coffeeshops in Amsterdam

Amsterdam und Coffeeshops gehören seit Jahrzehnten zusammen wie Grachten und Hausboote. Aber wer heute hinreist, sollte wissen, dass sich da gerade einiges verändert. Die Stadt diskutiert, reguliert und kontrolliert strenger als früher. Kein Grund zur Panik – aber ein Grund, sich vorher kurz zu informieren.

Sind Coffeeshops noch für Touristen offen?

Ja, aktuell schon. Eine Mehrheit des Amsterdamer Stadtparlaments hat sich gegen ein geplantes Zutrittsverbot für Touristen ausgesprochen. Das Thema ist damit aber nicht vom Tisch. Rund um Massentourismus und Drogenkriminalität bleibt die Debatte auf der politischen Agenda.

Wer Amsterdam also mit einem Coffeeshopbesuch plant, kann das machen. Schau aber kurz vor der Reise nochmal nach, ob sich da was getan hat. So schnell kann es gehen.

Die wichtigsten Regeln

Mindestalter 18 Jahre, Ausweis mitbringen, maximal 5 Gramm pro Tag kaufen. Coffeeshops sind alkoholfreie Betriebe, in denen ausschließlich Softdrugs verkauft und konsumiert werden dürfen. Über 160 gibt es in Amsterdam, die meisten davon im Zentrum.

Was viele vergessen: Auf der Straße wirst du oft angesprochen. Lass dich nicht darauf ein, das ist illegal und kann unangenehm werden. Gekauft wird nur im Shop. Und noch ein kleiner Hinweis für die Orientierung: Achte auf das Schild mit „coffeeshop“ zusammengeschrieben. Normale Coffee Shops servieren nur Kaffee.

Zum Bezahlen: Die meisten Coffeeshops nehmen keine Kreditkarten, also Bargeld einplanen.

Draußen mit gekauftem Produkt unterwegs? Außerhalb der eigenen Wohnung darf man nur 5 Gramm bei sich tragen. Bei mehr als 30 Gramm drohen massive Strafen.

Und das Wichtigste: Cannabis über die Grenze zu transportieren, auch durch den Flughafen Schiphol, bleibt streng verboten und ist eine ernsthafte Straftat. Nichts davon mit nach Hause nehmen.

Was sich geändert hat

Ein konkreter Schritt in diesem Jahr ist die Ausweitung des staatlich regulierten Cannabisanbau-Pilotprojekts. Bestimmte Coffeeshops dürfen damit erstmals legal angebaute, qualitätskontrollierte Produkte verkaufen, was das sogenannte Hintertürproblem lösen soll: Verkauf war toleriert, Anbau aber bislang verboten.

Für dich heißt das: Die Qualität in teilnehmenden Shops dürfte verlässlicher sein als früher.

Drei Coffeeshops, die sich lohnen

The Bulldog kennt jeder. Der erste Standort eröffnete 1975 und war damit der allererste Coffeeshop Amsterdams. Heute gibt es mehrere Filialen, ein Hotel und sogar eine eigene Merchandising-Linie. Touristisch durch und durch, aber historisch trotzdem interessant.

Tweede Kamer ist eher was für ruhigere Abende. Er öffnete 1985 und war der erste Shop, der Kunden erlaubte, Produkte vor dem Kauf zu riechen und zu fühlen. Die familiäre Atmosphäre ist geblieben, der einzige Haken: sehr klein, Plätze sind rar.

Grey Area hat Kultstatus. Klein, vollgepackt, gemütlich und mit einer Gästeliste, die Snoop Dogg und Woody Harrelson einschließt. Den Eingang erkennst du an der Wand voller Aufkleber.

Die Stimmung hat sich verändert

Amsterdam will weg vom Image als Kifferparadies. Das merkt man deutlich: strengere Kontrollen, weniger Toleranz bei Lärm und öffentlichem Konsum, klarere Regeln in der Innenstadt. Wer damit respektvoll umgeht und die Regeln kennt, hat kein Problem. Wer erwartet, dass alles noch so locker ist wie vor zwanzig Jahren, wird überrascht sein.