
Wer Amsterdam kennt, kennt das Bild: Touristen mit einer Flasche in der Hand an der Gracht, irgendwo qualmt ein Joint, daneben eine Gruppe die laut durch die Gassen zieht. Diese Zeit ist vorbei. Die Stadt hat aufgeräumt und meint das ernst.
Was konkret verboten ist und wo
Im Jahr 2023 führte Amsterdam neue Regeln ein. Das Rauchen von Cannabis in Gegenden wie dem Rotlichtviertel, dem Dam-Platz, dem Damrak und dem Nieuwmarkt kann seitdem mit einem Bußgeld von bis zu 100 Euro geahndet werden.
Für Alkohol gilt dasselbe. Abseits von offiziellen Terrassen der Cafés und Kneipen kann das Bier beim Grachtenschauen 95 Euro Strafe kosten, die du an Ort und Stelle bezahlen musst.
Das klingt vielleicht strenger als es sich anfühlt, aber die Kontrollen sind real. Wer dachte, das seien leere Drohungen, lag falsch. Die Stadt schickt gezielt Personal in die betroffenen Bereiche.

Was noch erlaubt ist
Das Missverständnis hält sich hartnäckig: Cannabis ist in Amsterdam nicht verboten, der Konsum im Coffeeshop ist nach wie vor völlig legal. Es ist weiterhin möglich, Cannabis auf den Terrassen von Coffeeshops draußen zu rauchen.
Und auch auf der Straße ist nicht alles dicht. Im Prinzip darf man auf der Straße und in Parks kiffen, aber nicht in öffentlichen Gebäuden und sowieso nicht in Kneipen und Cafés, wo ein allgemeines Rauchverbot gilt. Rund um Schulen und Kinderspielplätze ist Kiffen grundsätzlich verboten.
Der Unterschied liegt also im Wo. Wer im Coffeeshop bleibt oder sich einen ruhigen Platz abseits der Verbotszonen sucht, hat kein Problem. Wer mitten auf dem Damrak einen Joint anzündet oder eine Bierflasche aufmacht, zahlt.
Warum Amsterdam das macht
Die Antwort ist simpel: Die Anwohner waren es leid. Jahrelang haben sie sich über Lärm, Pöbeleien und den schieren Andrang beschwert. Die neuen Maßnahmen betreffen auch das Rotlichtviertel insgesamt. Kneipen dürfen ab 1 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen, und der Alkoholverkauf außerhalb von Bars ist am Wochenende bereits ab 16 Uhr untersagt.
Aus Sicht der Anwohner steht die Wiederherstellung der Lebensqualität im Vordergrund. Die Stadt will weg vom sogenannten Belästigungstourismus und hin zu Besuchern, die sich für das breitere kulturelle und historische Angebot der Stadt interessieren.
Man kann darüber geteilter Meinung sein. Tatsache ist, dass sich Amsterdam verändert und das bewusst so will.
Was das für dich bedeutet
Praktisch gesehen: Amsterdam funktioniert für alle, die sich kurz informieren. Die Regeln sind klar, die Verbotszonen gut bekannt. Einen Coffeeshop besuchen, einen Drink auf einer Restaurantterrasse, durch die Grachten schlendern – das alles geht problemlos.
Was nicht mehr geht: die Flasche in die Hand nehmen und quer durch die Innenstadt laufen, oder sich mitten in eine Touristengasse setzen und einen Joint drehen. Das war früher Grauzone, ist heute Bußgeld.
Kurz gesagt: Amsterdam macht immer noch Spaß. Nur etwas anders als früher.

